Gastartikel Lebensart

Einfach…anziehen – Capsule Wardrobe für Einsteiger [Gastbeitrag]

7. April 2016

Hallo ihr Lieben,
ich heiße Katharina, aber viele meiner Freunde und auch mein Mann nennen mich Kate. Ich blogge auf aheartymatter.com über all die Dinge, die mir am Herzen liegen – mein Leben als Mutter, einen gesundheitsbewussten Lebensstil, und vor allem darüber meinen hektischen Alltag mit einem einfachen und bewussten Lebensstil zu vereinbaren.

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Ein Thema, über das ich regelmäßig schreibe, ist meine Capsule Wardrobe und wie dieses wundervolle Konzept mein Leben vereinfacht und zugleich bereichert hat. Daher freut es mich umso mehr, dass die liebe Ann-Kathrin in einem unserer Gespräche mich darauf angesprochen hat, wie sie selbst eine Capsule Wardrobe erstellen könnte und so die Idee zu diesem Gastartikel entstand.
Bevor ich mit dem eigentlichen Post starte: ich würde mich freuen, wenn Ihr auf meinem Blog vorbeischaut und euch noch mehr Inspiration für eure eigene Capsule Wardrobe holt. Ich habe dort auch ein kleines Goodie für euch – aber mehr dazu später.

Capsule Wardrobe – was ist das denn?

Eine Capsule Wardrobe ist eine Auswahl an Kleidungsstücken in eurem Kleiderschrank, auf die ihr euch für eine bestimmte Zeit beschränkt. Es geistern verschiedene Konzepte durch das Internet, aber meiner Meinung nach geht es bei der Capsule Wardrobe bei weitem nicht nur darum eine bestimmte Anzahl an Kleidungsstücken zu besitzen. Vielmehr steht dahinter der Wunsch das Leben einfacher zu gestalten, Unnützes zu elimieren und letztlich Kleidungsstücke zu tragen, in denen man sich wohl fühlt.

Capsule Wardrobe – warum sollte ich meinen Kleiderschrank verkleinern?

Kurz: Weil es dein Leben um so vieles einfacher macht.

Ich liebe es morgens eine halbe Stunde vor dem Kleiderschrank zu stehen und danach unzufrieden mit meinem Outfit zu sein – sagt niemand! Aber dennoch ergeht es uns im Alltag oft so: wir stehen vor dem Kleiderschrank, haben keine Idee was wir miteinander kombinieren könnten, sind latent unzufrieden, weil da auch ein paar Teile liegen, die nicht so recht passen wollen, und werden Minute für Minute gestresster, weil wir doch eigentlich fertig werden müssen – für das Kind, für den Job, für die Verabredung.

Eine Capsule Wardrobe bedeutet für Dich weniger zu investieren – weniger Geld, weniger Zeit, und weniger Energie.

Weniger Geld. Die Idee der Capsule Wardrobe beruht auch darauf nicht ständig neue Kleidungsstücke zu kaufen, sondern bewusst einzelne Kleidungsstücke zu kaufen, die zu euch und eurem Kleiderschrank passen und damit einen tatsächlichen Mehrwert liefern.

Weniger Zeit. Wenn ihr wisst, was in eurem Kleiderschrank liegt und, dass ihr euch in allen Kleidungsstücken wohlfühlt, dann ist das morgendliche Anziehen auf einmal ein Kinderspiel. Wenn es bei mir morgens mal zeitlich knapp wird, kann ich im Zweifel in einer Minute angezogen sein – ich könnte mir sogar den Blick in den Spiegel sparen, weil ich weiß, dass das gewählte Outfit gut aussieht.

Weniger Energie. Entscheidungen treffen kostet Energie. Was glaubt ihr wie viel Energie es kostet, wenn ihr 10 Minuten vor dem Kleiderschrank steht und versucht ein Outfit zu finden, das euch gefällt? Mit der Capsule Wardrobe spart ihr diese Energie für die wirklich wichtigen Entscheidungen, die in der Regel nicht vor dem Kleiderschrank, sondern in der Arbeit oder im Alltag mit euren Kindern getroffen werden.

Klingt gut oder?

Das Tolle: obwohl ihr die Anzahl an Kleidungsstücken verkleinert, fühlt ihr euch nicht eingeschränkt in eurer Auswahl. Im Gegenteil, ihr seht auf einmal so viele Möglichkeiten!

Capsule Wardrobe – wo fange ich an?

Zuerst bei dir selbst und nicht deinem Kleiderschrank. Bevor du anfängst dir Outfits zu überlegen oder zählst, wie viele Schuhe du dir denn “erlauben” kannst, solltest du dir zuallererst über deine Motive klar werden. Warum willst du eine Capsule Wardrobe? Was willst du mit einer Capsule Wardrobe erreichen? Willst du weniger Geld für Kleidung ausgeben? Möchtest du einen nachhaltigeren Lebensstil verfolgen? Willst du morgens schneller fertig werden? Willst du dich wohler in Deiner Kleidung fühlen?

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1. Schritt: Kleiderschrank ausmisten

Ohne Ausmisten geht es nicht. Und zwar richtig ausmisten. Oder weißt du was da so alles in Deinem Kleiderschrank liegt? Räume alles raus und sortiere deine Kleidung in Stapeln: behalten – vielleicht – weg (das kann spenden, verkaufen, oder wegwerfen bedeuten – je nach Zustand des Kleidungsstücks). Die vielleicht-Kleidungsstücke der kommenden Saison lässt du erst mal griffbereit – vielleicht wandert ja doch das eine oder andere in deine Capsule. Die anderen vielleicht-Teile wandern erst einmal in eine Kiste oder Kommode außerhalb des Kleiderschrank. Ganz nach dem Motto: aus den Augen, aus dem Sinn. Und dann? Abwarten. Nimm dir die Kiste noch einmal in ein oder zwei Monaten, spätestens zum Start der neuen Saison, vor. Garantiert wirst du dann klarer sehen was die Teile in der Kiste angeht.

Den ganzen Kleiderschrank ausmisten, klingt nach einer Mammutaufgabe? Dann miste doch einfach nur die Kleidung der kommenden Saison, also der Saison deiner Capsule Wardrobe, aus.
Noch ein paar Worte zum Reduzieren: seid euch darüber im Klaren, warum ihr Kleidung aussortiert. Ihr wollt am liebsten nur noch nachhaltige und qualitativ hochwertige Kleidung tragen? Alle eure Kleidungsstücke auszusortieren, nur weil sie dieser Zielvorstellung nicht entsprechen, und dann vor einem (fast) leeren Kleiderschrank zu stehen, hilft niemandem. Eine solche Umstellung dauert Zeit. Und es ist schließlich nachhaltiger Kleidungsstücke weiterhin zu tragen, wenn Sie noch in einem guten Zustand sind und ihr euch in ihnen wohl fühlt. Anders verhält es sich natürlich mit Kleidungsstücken, in denen ihr euch nicht wohlfühlt. Denn das sollte das entscheidende Kriterium für den Inhalt eures Kleiderschranks sein: Kleidungsstücke zu behalten und zu kaufen, in denen ihr euch wohlfühlt und die ihr gerne tragt.

Das richtige Konzept

Project333 – ein schönes Konzept zum Einsteigen, da es klare Regeln hat. Die Kurzfassung: 33 Teile für 3 Monate. Klare Regeln helfen, wenn man unsicher ist, sind aber auch der größte Nachteil meiner Meinung nach. Strikte Regeln funktionieren einfach nicht für jeden Lebensstil.

French Five – das wohl schwierigste Konzept für den Einsteiger, da vergleichsweise wenig greifbar. Die Idee ist, den Kleiderschrank komplett auf qualitativ hochwertige Basics umzustellen, die man über mehrere Saisonen tragen kann, und lediglich 5 Stücke pro Saison hinzuzufügen. Mittelfristig definitiv eine schöne Philosophie für den eigenen Kleiderschrank.

30×30 – das einfachste Konzept für den Einsteiger, den die 3-monatige Dauer einer Capsule Wardrobe bisher abgeschreckt haben. Nach diesem Konzept wählt man 30 Kleidungsstücke für einen Monat (also 30 Tage) aus. Das Konzept bietet so auch eine gute Möglichkeit, um den eigenen Stil besser kennenzulernen.

Eigene Regeln aufstellen – so könnt ihr euch ein Capsule Wardrobe Konzept maßschneidern, dass genau zu eurem individuellen Lebensstil passt. Zum Beispiel könnt ihr Kategorien komplett ausklammern. Ich habe zum Beispiel von Anfang an die Dauer verlängert und habe die Anzahl der Kleidungsstücke flexibler gestaltet (meine aktuelle Frühjahrs/Sommer Capsule hat z.B. 30 Teile). Die Flexibilität macht aber unter Umständen das Erstellen der Capsule um einiges komplizierter und langwieriger.

Eure Capsule Wardrobe

Wie geht es nach dem Ausmisten weiter? Mit Kopfarbeit und Zeit vor eurem Kleiderschrank. Was überwiegt, hängt letztlich von euch und eurer Persönlichkeit ab. Ich habe für meine aktuelle Frühjahrs/Sommer Capsule Wardrobe etwa eine Stunde vor dem Kleiderschrank verbracht, in der ich die Sachen anprobiert und den Kleiderschrank umgeräumt habe. Der Großteil der Planung fand dagegen in meinem Kopf statt.

Basics. Wenn ihr die Anzahl an Kleidungsstücken reduziert, braucht ihr funktionstüchtige Basics, die ihr vielseitig kombinieren könnt. Was für euch die geeignetsten Basics sind, hängt stark von eurem Stil und eurem Lebens ab – studiert ihr, arbeitet ihr, seid ihr aktuell mit euren Kindern zu Hause? Meine Favoriten für Basics, sind ein gut sitzendes Paar Skinny Jeans, ein Button-down Shirt, ein Strickcardigan und ein Breton-Shirt.

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Farbpalette. Ein farblich abgestimmter Kleiderschrank macht das Kombinieren einfacher und ermöglicht euch mit weniger Kleidungsstücken auszukommen, ohne die Zahl an Outfits zu verkleinern. Mit neutralen Farben werdet ihr das am einfachsten schaffen. Das bedeutet natürlich nicht, dass ihr in Zukunft nur noch schwarz und weiß tragen dürft. Ihr könnt zum Beispiel wunderbar neutrale Farben wie weiß, grau und dunkelblau mit Pastellfarben und auch einzelnen kräftigen Farben kombinieren. Erlaubt ist, was gefällt!

Euer Stil. Je weniger Kleidungsstücke in eurem Kleiderschrank hängen, desto mehr sollten sie euren Stil widerspiegeln. Überlegt euch also was euren Stil ausmacht? Welches Outfit würdet ihr am liebsten jeden Tag tragen? Inspiration könnt ihr natürlich bei instagram oder pinterest finden. Aber um euren Stil zu finden, solltet ihr vor allem die Lieblingsteile in eurem Kleiderschrank analysieren.

Ihr seid euch nicht sicher, was euer Stil ist?

Ich habe einen kleinen Guide erstellt, der euch genau dabei hilft!

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Probieren und planen. Brainstormt zuerst auf einem Blatt Papier, einer digitalen Notiz oder vor dem Kleiderschrank, welche Kleidungsstücke auf jeden Fall in eurer Capsule Wardrobe sein sollen und stellt dann Stück für Stück eure Capsule Wardrobe zusammen. Achtet darauf, dass ihr mehr Ober- als Unterteile benötigt. In meiner Winter-Capsule hatte ich z.B. 2 Jeans und 2 Röcke. Probiert Kleidungsstücke und Outfits, bei denen ihr euch nicht sicher seid und achtet auf die Kompatibilität der Kleidungsstücke untereinander.

Von Wunschlisten und Warten. Während der Planung identifiziert ihr bestimmt ein paar Lücken in Eurem Kleiderschrank. Lauft nicht gleich los zum Shoppen! Stattdessen macht eine Liste und haltet all das fest, was eurer Meinung nach in eurem Kleiderschrank fehlt. Seid konkret – Skinny Jeans, Boyfriend Jeans oder Flare, welche Farbe und Waschung, cropped fit oder normale Länge, mit Rissen, Reißverschlüssen, oder ohne, …? Wenn ihr shoppen geht, haltet euch an die Liste. Seid wählerisch! Macht keine falschen Kompromisse hinsichtlich der Qualität, der Passform, oder der Optik! Nur ein Kleidungsstück, das euch zu 100% überzeugt, ist eine Bereicherung für euren Kleiderschrank. Diverse Capsule Wardrobe Konzepte empfehlen das Shopping vor Beginn der Capsule Wardrobe abgeschlossen zu haben. Ich persönlich bin kein großer Fan davon, und habe deshalb für mich auch eine eigene Regel erstellt, wonach ich während meiner Capsule Wardrobe 5 Teile austauschen oder hinzufügen kann. Das nimmt den Druck, vor Beginn der Saison das perfekte Teil finden zu müssen und verhindert, dass ich etwas kaufe, was mich zu Kompromissen (bezüglich Fit, Qualität, Stil, oder Preis) zwingt.

Habt Spass. Setzt euch nicht unter Druck gleich im ersten Anlauf die perfekte Capsule Wardrobe zusammenzustellen. Seine Gewohnheiten zu ändern dauert Zeit – genauso wie den Inhalt eures Kleiderschranks umzukrempeln. Nehmt euch die Zeit und habt Spass dabei! Mit einer Capsule Wardrobe werdet Ihr auch viel über euch selbst und euren Stil lernen. Und wenn eine Capsule Wardrobe nicht optimal gepasst hat, dann habt ihr etwas gelernt für die nächste.

Falls ihr Fragen habt, kommentiert hier oder schickt mir einfach eine Email an kate@aheartymatter.com– ich freue mich von Euch zu hören! Ebenso freue ich mich auf euren Besuch von aheartymatter.com – dort findet ihr noch mehr Tipps und Ideen zum Thema Capsule Wardrobe.

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Liebe Kate, vielen Dank für deinen fantastischen Artikel. Ich bin mit deinen Tipps auf jeden Fall ein gutes Stück weiter gekommen und bin schon gespannt, wann ich den Schritt zur Capsule Wardrobe tatsächlich wagen werde.

Wenn euch der Artikel gefallen hat und ihr neugierig auf weitere interessante Artikel seid, dann besucht Kate doch auch mal bei Instagram oder Facebook.

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4 Comments

  • Reply Kate 7. April 2016 at 15:43

    Liebe Ann-Kathrin, vielen Dank für die Möglichkeit hier zu schreiben. Es freut mich wirklich sehr, dass Dir die Tipps geholfen haben und ich bin schon sehr gespannt auf Deine erste Capsule Wardrobe. Liebe Grüße
    Kate kürzlich veröffentlicht…My capsule wardrobe for spring/summer 2016My Profile

  • Reply Regine 7. April 2016 at 20:42

    Liebe Kate, liebe Ann-Kathrin,

    toller Beitrag, der mich wirklich inspiriert hat, meinen Kleiderschrank morgen mal auf Vordermann zu bringen. Ich kann mich schlecht von Teilen trennen und neige zu Spontankäufen, die sich dann leider nicht als besonders alltagstauglich erweisen.

    Danke für die Tipps.

    Viele Grüße, Regine

    • Reply Kate 8. April 2016 at 9:33

      Liebe Regine,
      das freut mich sehr, dass Dich mein Beitrag inspiriert hat.
      Viel Erfolg für das Ausmisten. Vielleicht findest Du ja in meinem neuen Post auf meinem Blog ein paar Tipps, die Dir helfen die Spontaneinkäufe in den Griff zu bekommen…
      Liebe Grüße
      Kate kürzlich veröffentlicht…10 Tips for shopping intentionallyMy Profile

  • Reply Tanja 1. Dezember 2017 at 12:07

    Liebe Kate, liebe Ann-Kathrin, vielen Dank für diesen inspirierenden Artikel. Das Capsule Wardrobe Konzept gefällt mir immer besser und ich suche zurzeit intensiv nach Anregungen – wie schön, dass ich hier gelandet bin. Besonders die 30 x 30 Idee gefällt mir sehr gut. Werde ich ausprobieren. Herzlichen Dank & liebe Grüsse Tanja

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