Achtsamkeit Entspannung

Offline ~ warum ich ganz bewusst abschalte

13. Mai 2016

Manchmal ist die Social Media Welt ganz schön anstrengend.
Versteht mich nicht falsch, ich mag sowohl Internet als auch diverse Social Media Kanäle sehr gerne.
Doch von Zeit zu Zeit wird es mir alles ein bisschen zu viel.
Zu viel Input, zu viele perfekt inszenierte Bilder, zu viele kritische oder sogar gemeine Kommentare, zu viele Vergleiche und zu viele Bilder von Essen die mich hungrig machen.
Mir hilft in solchen Fällen nur eine Sache: abschalten und offline sein.

offline abschalten achtsamkeit entspannung 2

Als kreativer Kopf zweier Blogs verbringe ich recht viel Zeit am Laptop. Sei es zum Schreiben oder zum Recherchieren, zur Kommunikation oder für die Bildbearbeitung. Und auch mein Handy ist ein ständiger Begleiter in meinem Alltag.
  Zwei Blogs bedeuten automatisch auch zwei Facebook-Seiten und zwei Accounts bei Instagram – auch das nimmt viel Zeit in Anspruch.
Doch es ist nicht nur das Blogger-Leben, welches online stattfindet.
Auch der ganz normale Alltagswahnsinn verabschiedet sich immer mehr von der „Offline-Welt“.
Und oftmals merken wir gar nicht, wie viel Zeit wir, teilweise unbewusst und ganz nebenbei, online verbringen.

Hier wird flott eine Nachricht beantwortet und noch kurz geschaut, ob vielleicht eine neue Mail eingetrudelt ist.
Während man sich eigentlich gerade mit etwas anderem beschäftigt, schaut man nebenbei bei Instagram vorbei und scrollt sich durch all die neuen Bilder.
Naja, und wenn man schonmal dabei ist, dann kann man direkt auch noch schauen, welche Neuigkeiten bei Facebook gepostet wurden.
Oh, der Artikel hört sich spannend an – schnell in einem neuem Tab geöffnet, das Lesen wird ja nicht so lange dauern.
Da kommt auch schon wieder eine Nachricht bei Whatsapp reingeflattert, die möchte natürlich schnell beantwortet werden.
Was? Es ist eine ganze Stunde vergangen?

Die ständige Erreichbarkeit und das Gefühl, nichts verpassen zu wollen, können den Körper ganz schön ordentlich in Stress versetzen.
Während man früher automatisch offline war, wenn man das Haus verlassen hat, so ist man heutzutage eigentlich nie so richtig offline. Das kann vor allem dann zu einem Problem werden, wenn man einfach nicht mehr abschalten kann und der Körper seine verdienten Ruhephasen nicht mehr bekommt. Wenn der erste Gedanke am Morgen dem Handy gilt, man im Laufe des Tages im 5-Minuten-Takt schaut, ob es irgendwelche Neuigkeiten gibt oder sogar nachts erreichbar bleibt – dann befindet sich der Körper in einer dauerhaften Stresssituation.

offline abschalten achtsamkeit entspannung 1

Ganz bewusst abschalten

Mein Freund und ich haben vor einigen Wochen wieder unseren Offline-Abend eingeführt, nachdem wir es eine Weile haben schleifen lassen.
Ein Abend pro Woche, meistens freitags, schalten wir ganz bewusst alles ab bzw. gar nicht erst ein.
An diesem Abend gibt es weder Handy noch Fernseher, Tablet oder Computer. Es läuft kein Radio und auch die Spielkonsolen bleiben im Schrank – einzige Ausnahme ist das Babyphone.
Und in ganz dringenden Fällen sind wir über das Telefon erreichbar.

Zu Anfang war es tatsächlich ein ganz komisches Gefühl. Ich erinnere mich gut daran, dass ich an unserem ersten Offline-Abend, als mein Freund sich etwas aus der Küche geholt hat, wie von selbst zur Seite gegriffen habe um mein Handy zu nehmen. Aber da war kein Handy, denn dieses lag schon, mit eingeschaltetem Flugmodus, im Schlafzimmer, um am nächsten Morgen seinen Job als Wecker auszuüben.

Diese Situation hat mir nochmal deutlich gezeigt, wie selbstverständlich die dauerhafte und durchgehende Benutzung von Handys und Co mittlerweile ist. Und mir wurde in genau diesem Moment bewusst, dass ich diesbezüglich etwas ändern sollte und auch wollte.

Und was machen wir offline?

 Wenn man einen Großteil seiner freien Zeit online verbringt, dann kann es sein, dass man sich tatsächlich erstmal ein paar Gedanken machen muss, wie man einen Offline-Abend so ganz ohne Fernseher und Internet gestalten kann.

Bei uns stehen zum Beispiel Brettspiele ganz weit vorne. Wir haben eine recht große Sammlung verschiedenster Spiele, kommen seit der Geburt unserer Tochter jedoch nicht mehr so häufig zum Spielen. Jetzt haben wir unseren festen Tag in der Woche, an dem wir ganz ungestört neue Spiele ausprobieren können oder zu unseren gern gespielten Klassikern greifen.
Gerne verbringen wir auch einen Teil des Abends mit Lesen – gemütlich kuschelnd auf der Couch, jeder für sich und doch zusammen.
Am wichtigstens finde ich jedoch, dass wir die Möglichkeit haben mal wieder richtig ins Gespräch zu kommen. Denn auch dafür fehlt an vielen Tagen einfach die Zeit.

Vielleicht möchtet ihr die Zeit aber auch lieber mit Yoga oder Meditation verbringen. Oder ihr probiert mal aus, ob Zentangle eine passende Entspannungsmöglichkeit für euch ist.

Natürlich funktioniert so eine Offline-Zeit nicht nur abends, sondern auch tagsüber. Und es muss sich nicht immer nur um ein paar Stunden handeln. Warum nicht auch mal einen ganzen Tag auf jegliche Geräte verzichten?
Einen Ausflug in die Natur unternehmen und die Umgebung mit all ihren Facetten wahrnehmen, ohne auf der Suche nach dem perfekten Schnappschuss für Instagram zu sein.
Die Zeit mit Familie und Freunden verbringen, ohne sich dabei von irgendwelchen Nachrichten und Neuigkeiten ablenken zu lassen.

Sich einfach mal der Zeit und dem, was man mit ihr anstellt, bewusst sein.

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 Schaltet ihr auch in regelmäßigen Abständen ganz bewusst ab?
Wie verbringt ihr diese Offline-Zeit am liebsten?

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5 Comments

  • Reply Stefan 13. Mai 2016 at 18:53

    Also da ist schon viel wahres dran! Wir machen zwar keine offline-Tage aber es ist eine tolle Idee und man kommt automatisch zum Brettspielen 😀

    Wir verzichten schonmal auf den TV und legen dann auch unsere Telefone weg und genießen die offline-Zeit mit einem Spiel oder gemeinsamen Kochen etc.

    Viele Grüße von einem ex-Aachener,

  • Reply Katharina 13. Mai 2016 at 19:58

    Oh ja, so wahr!
    Bewusst offline zu gehen, ist wirklich wichtig für mich – aber oft schwer umzusetzen…
    Ich habe über das letzte lange Wochenende meine Zeit am Handy und insbesondere auf Social Media stark eingeschränkt. Das tat wirklich gut – und nach ein/zwei Tagen hat man auch keine „Entzugserscheinungen“ mehr…
    Einen schönen Offline-Abend!
    Katharina kürzlich veröffentlicht…How about unplugging?My Profile

  • Reply Julia 13. Mai 2016 at 20:17

    Mir gefällt dein Blogpost richtig gut und ich weiß, dass es richtig gut sein kann das Handy einfach mal an die Seite zu legen. Fast wie Urlaub. Man kennt das in unserem heutigen Alltag fast gar nicht mehr. Leider.

  • Reply strawberrymouse 13. Mai 2016 at 22:57

    Tolle Idee, der Offline-Abend.
    Ich verbringe schon sehr viel Zeit mit meinem Smart-Phone, was vor allem aber an meinem Job liegt und ich einfach erreichbar sein muss. Dass ich nicht ganz abhängig bin, merke ich allerdings daran, dass ich noch häufig genug panisch werde, weil ich eben nicht weiß wo mein Handy ist^^. Was dann aber wieder am Job liegt und ich dann eben hoffe, dass ich da nichts Wichtiges verpasst habe.
    Allerdings skizzierst Du es schon richtig „nur mal eben“ und dann hat man eben doch ganz schön viel Zeit damit verbracht irgendwas zu checken. Bei mir gibt es Tage, da nutze ich Soziale Medien häufig, aber eben auch solche, da schaue ich nirgends rein. Das wahre Leben geht immer noch vor.
    Was ich ganz ironisch finde: eigentlich trägt das Smartphone ja zur Kommunikation bei, häufig empfinde ich es aber gegenteilig. Eigentlich sitzt man zusammen beim Kaffee, einer geht auf die Toilette, in der Zeit wird das Handy bedient, weil man gerade angefangen, macht man mal eben schnell weiter, wenn der andere zurückkehrt, der dann auch zum Handy greift…und eigentlich sitzt man und könnte sie viel besser miteinander unterhalten…
    strawberrymouse kürzlich veröffentlicht…Aufgebraucht & Nachgekauft Februar 2016My Profile

  • Reply Karin | Kosmetik natürlich 15. Mai 2016 at 12:08

    Im Urlaub versuche ich ganz bewusst, auf Internet zu verzichten. Ich bin nach wie vor telefonisch erreichbar, und auch SMS lese ich. Aber dieser komplette Trumm mit Blogs, Social Media, Webnews: der fällt flach. Und ich bin sehr froh, dass ich das noch gut hinkriege, ohne größere Entzugserscheinungen.
    Karin | Kosmetik natürlich kürzlich veröffentlicht…Fail: Alverde Q10 Reinigungsöl Bio-GojibeereMy Profile

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