Eco Lifestyle

Green Blogger Meetup ~ von Nachhaltigkeit, Fair Fashion und Zero Waste

25. Oktober 2016

1,5 Wochen ist es jetzt schon her, dass ich mich nach Köln aufgemacht habe, um am ersten Green Blogger Meetup, der von Julia und Anna von subvoyage und Leonie von Glowing ins Leben gerufen wurde, teilzunehmen.
Was mir besonders gut gefallen hat, was mich inspiriert oder zum Nachdenken angeregt hat und warum der Tag eine sehr große Herausforderung für mich war – das möchte ich euch gerne erzählen.

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Der Tag began für mich mit einer ordentlichen Verspätung. Ich hatte nicht nur verschlafen und viel zu wenig Zeit eingeplant, sondern stand natürlich, wie immer an wichtigen Tagen, auch noch im Stau. Mehrmals kam mir der Gedanke, die ganze Aktion einfach abzublasen. Das lag absolut nicht daran, dass ich mich nicht auf den Tag gefreut habe, denn ich habe mich wahnsinnig auf den Tag gefreut. Es lag vielmehr daran, dass ich vor Nervosität zu platzen drohte und eine Panikattacke nach der nächsten hatte. Die von euch, die meinen Blog schon länger lesen, wissen, dass ich an einer Angststörung und Panikattacken leide und solch ein Event, wie das Green Blogger Meetup, nicht nur eine unglaubliche Herausforderung für mich ist, sondern ich es mir meistens gar nicht erst zutraue an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Nun ja, endlich in Köln angekommen, habe ich mir mit ein paar aufbauenden Worten Mut angesammelt und bin leise in die erste Location geschlichen, in der das Meetup schon in vollem Gange war.

green-blogger-meetup-funktion-schnitt-3Der erste Teil des Tages fand in den Räumlichkeiten des Kölner Modelabels Funktion Schnitt statt und war definitiv ein perfekter Start. In Gruppen eingeteilt wurdem wir durch den Store geführt und haben sehr viele interessante Infos zu den Stoffen, den Produktionsbedingungen und der Entstehung des fairen und nachhaltigen Labels erhalten. Richtig klasse fand ich auch die Aufmachung des Stores. Jedes verwendete Material hat dort seine eigene Nische, wird ausführlich erklärt und in den verschiedenen Herstellungsstufen gezeigt. Die Gründer von Funktion Schnitt haben sich ganz bewusst dafür entschieden, nur T-Shirts anzubieten. Das mag im ersten Moment vielleicht nicht so spannend klingen, doch der Store ist wirklich etwas ganz Besonderes. Nie zuvor habe ich mir T-Shirts so genau angeschaut, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Materialien wahrgenommen und eine so tolle Vielfalt an verschiedenen Schnitten gesehen.

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Im Anschluss an den tollen Start ging es weiter zur zweiten Location, wo wir den Rest des Tages verbrachten. Das Colabor, mitten in Köln-Ehrenfeld gelegen, war wirklich eine tolle Wahl. Doch trotz der tollen Location fühlte ich mich immer noch nicht wohl in meiner Haut. Mir fällt es unglaublich schwer fremde Menschen anzusprechen. Ich habe zwar direkt einige bekannte Gesichter entdeckt, doch persönlich kannte ich bis zu dem Zeitpunkt noch niemanden. Da kam es mir ganz gelegen, dass wir direkt mit einem fantastischen Vortrag zum Thema Nachhaltigkeit losgelegt haben und ich, statt zu reden, einfach zuhören durfte.

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Anna und Marcus von Viertel/Vor haben in ihrem Vortrag (hier könnt ihr den Vortrag lesen) ein Thema angesprochen, das ich selber unglaublich wichtig finde.
Reicht Nachhaltigkeit wirklich aus?
Ist ein Produkt, das nachhaltig ist, automatisch auch gut?
Nein, Nachhaltigkeit alleine reicht nicht aus. Ein Produkt, das zwar nachhaltig und unter fairen Bedingungen produziert wird, im Vergleich zu konventionellen Produkten jedoch schlechter abschneidet (sei es das Aussehen, die Funktionalität oder auch das Statement), wird nur wenige dazu verleiten, es zu kaufen. Das, was die Nachhaltigkeits-Branche braucht, sind It-Pieces. Teile, die für sich sprechen, die überzeugen und die den Käufer dann zum Umdenken anregen. Stellt euch vor, ein „grünes“ Produkt würde so cool sein, dass es zum Trend werden würde. Wär das nicht fantastisch?
Und genau an dieser Stelle kommt mir die Frage in den Sinn, wie Nachhaltigkeit und Bloggen miteinander zu vereinigen sind? Und diese Frage stelle nicht nur ich mir. Auch Kea von Hello Mrs Eve, Minza von Minza will Sommer und Sabine von A hungry mind haben sich schon zu dieser Thematik geäußert.
Ist grüner Massenkonsum besser als konventioneller Massenkonsum? Dürfen wir Blogger überhaupt über nachhaltige Produkte berichten, die dann wiederum andere zum Kauf anregen?
Wie bei so vielen Dingen im Leben, finde ich auch hier den Mittelweg am passendsten: über nachhaltige und faire Produkte berichten jedoch auch dazu anregen, nur Dinge zu kaufen, die man wirklich braucht. So versuche ich es auch selber zu handhaben. Wenn ich merke, dass mir zB. ein bestimmtes Kleidungsstück fehlt, dann schaue ich, ob ich es gebraucht oder fair produziert finde…und trage es dann möglicherweise in Kombination zu einem alten Teil von H&M. Auch wenn mir ein komplett grüner Kleiderschrank sicherlich am besten gefallen würde, so finde ich es doch wesentlich nachhaltiger, meine Kleidung so lange zu nutzen, bis diese nicht mehr brauchbar ist.

14717292_860201687412813_5583784956070573281_nFoto: Kosta

Mit vielen Gedanken im Kopf ging es weiter mit zwei Workshops, bei denen wir nicht nur mehr über die Unternehmen erfahren haben, sondern auch selber tätig werden konnten. Den Beginn machte der Workshop mit Lush. Ich selber benutze schon lange keine Produkte mehr von Lush, war aber als Teenie ein ziemlicher Fan des kunterbunten Sortiments. Während des Workshops sind wir unteranderem auch auf Glycerin und Parabene zu sprechen gekommen – für meinen Geschmack hätten diese Themen gerne noch vertieft werden dürfen. Und woraus das „Parfum“ in den Produkten wirklich besteht, weiß ich leider immer noch nicht. Schade fand ich auch, dass für
die Formen für eines der Produkte, das wir auch selber hergestellt haben, Plastik verwendet wird. Mein Einwand, dass es doch sinnvoller wäre, ein Material zu verwenden, das nicht so schnell kaputt geht und dann ausgetauscht werden muss, wurde zum Glück positiv aufgenommen.

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Fotos: Kosta

Ein Highlight war für mich auf jeden Fall der zweite Workshop mit Sonnentor. Die Entstehungsgeschichte des Unternehmens fand ich wirklich spannend und mit Kräutern kriegt man mich ja sowieso.
Nach einer kleinen Einführung konnten wir dann unsere eigenen Tee- & Kräutersalzmischungen kreieren was nicht nur optisch sondern auch olfaktorisch ein Genuss war.

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Foto: Kosta

Um Nachhaltigkeit ging es auch in den beiden anderen Vorträgen. Bei Jess vom Alabaster Blogzine und Franziska von Veggie Love  ging es im speziellen um nachhaltiges Bloggen und Kooperationen mit Unternehmen, während bei Tante Olga der Zero Waste Lifestyle im Vordergrund stand. Ich fand beide Vorträge sehr inspirierend und konnte vieles daraus für mich mitnehmen. Bei Tante Olga ging es auch um die drei bzw. fünf R`s der Müllvermeidung. Zu Reduce, Reuse und Recycle hat sie noch Refuse und Rethink hinzugefügt, was die R`s für mich tatsächlich sehr sinnvoll erweitert.

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Auch das Thema Fair Fashion durfte beim Green Blogger Meetup natürlich nicht fehlen nicht fehlen und wurde in Form einer Diskussionsrunde thematisiert. Leider konnte ich von der Diskussion nur einen Teil mitverfolgen, da ich zur selben Zeit an einem der Workshops teilgenommen habe.

Ganz zum Schluss fand noch ein Blogger-Speeddating statt, während dem ich nochmal die Möglichkeit hatte, mich mit den Vertretern von Sonnentor unterhalten zu können.

Zwischen all den tollen Aktionen gab es aber zum Glück noch genug Zeit, das ein oder andere bekannte und auch unbekannte Gesicht persönlich kennenzulernen. Sehr darüber gefreut habe ich mich Sarah von goodfornatureJenni von Mehr als Grünzeug, Julia von Schrift und Herz und Cosima von Ricemilkmaid zu treffen, denn die vier Blogs lese ich unglaublich gerne. Aber auch über die neuen Bekanntschaften mit Anni vom Regenbogenkreis, Charlotte von plastikfrei leben, Julia von MützenschafNatalie von Yay for today, Sophie von Helllaut, Wiebke von Sloris und all den anderen tollen grünen Bloggern, habe ich mich sehr gefreut.

 Und noch mehr würde ich mich freuen, wenn das Green Blogger Meetup auch nächstes Jahr wieder stattfinden würde.

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5 Comments

  • Reply Jenni 25. Oktober 2016 at 22:55

    Liebe Ann-Kathrin!

    Ich liebe es ja, solche Berichte zu lesen – von Veranstaltungen, an denen ich selbst teilgenommen habe – um dann im Rückblick die Erlebnisse aus verschiedensten Perspektiven miteinander vergleichen zu können.

    Ich bin völlig baff, dass es dir eigentlich so schwer fällt, Menschen anzusprechen – so hast du auf mich definitiv nicht gewirkt (und ich muss gestehen, dass ich das auf deinem Blog bisher überlesen hatte…) – im Gegenteil! 😀
    Und ich dachte schon, ich wäre die Einzige mit Bauchgrummeln vor sozialer Interaktion 1.0 gewesen!
    Aber ich finde, das haben wir alle wunderbar gemeistert und ich hoffe ebenfalls ganz feste, dass dieses Meetup ab jetzt zum jährlichen Drauf-Freuen-Termin eingetragen werden kann. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Ann-Kathrin
      Reply Ann-Kathrin 25. Oktober 2016 at 23:51

      Liebe Jenni,
      vielen Dank für deine lieben Worte. Man sieht es mir tatsächlich nicht immer an, aber innen drin bin ich meist kurz davor einfach wegzulaufen. Es war mein erstes Bloggertreffen überhaupt und das hat es mir noch schwieriger gemacht. Aber ich bin absolut glücklich darüber, dass ich trotz meiner Angst den ganzen Tag dort geblieben bin. Sonst hätte ich dich und die anderen gar nicht kennengelernt und hätte nicht so einen tollen Tag mit euch erleben können.
      Liebe Grüße

  • Reply Sabine 26. Oktober 2016 at 14:41

    Schön, dass du da warst! 🙂

  • Reply Aufgeschnappt #18: Neuigkeiten aus der Welt der Naturkosmetik - herbsandflowers.de 30. Oktober 2016 at 23:19

    […] megacooles Event mit jeder Menge Denkfutter gewesen sein! Rückblicke findet ihr zum Beispiel auf Einfach grünlich und Hello Mrs. […]

  • Reply Herbertlax 12. Januar 2017 at 14:01

    Hallo,

    interessante und informative Beiträge hier, super. Habe längere Zeit als stiller Gast nur mitgelesen und mich jetzt mal angemeldet.
    Ich würde mich freuen, wenn ihr bei Gelegenheit auch einmal auf meinem Blog zum Thema Textilreinigung vorbeischauen würdet.

    Alles Liebe

    Herbert

    Deoflecken

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