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Mein Fazit der #konsumauszeit Challenge

30. November 2016

Vor knapp 1 Monat habe ich euch von der #konsumauszeit erzählt, einem Projekt, das von Apfelmädchen & sadfsh ins Leben gerufen wurde, und am dem eine ganze Menge Blogger und Leser teilgenommen haben.
Heute, am letzten Tag des Projektes, möchte ich ein kleines Fazit ziehen und euch erzählen, wie gut (oder schlecht) es gelaufen ist, was ich für die Zukunft mitnehmen werde und was mir besonders leicht oder auch schwer gefallen ist.

konsumauszeit-bewusster-konsum-2_2

Worum ging es bei der #konsumauszeit?

Ganz grob gesagt war das Ziel der #kosumauszeit ein bewusstes Verringern des eigenen Konsumes und ein Überdenken des persönlichen Konsumverhaltens.
Meine eigenen Ziele waren vor allem, das bewusste Konsumieren wieder in den Vordergrund zu rücken und mir Gedanken zu machen, wie wir in Zukunft, mit wesentlich weniger Geld, leben können.
Die Regeln gaben vor, dass man im gesamten November, abgesehen von Lebensmitteln, nichts kaufen sollte. Tauschen und Leihen waren erwünscht und der Kauf von wichtigen Dingen, die man täglich braucht und die nicht mehr zu reparieren sind, erlaubt.
Ich selber habe ganz bewusst zwei Ausnahmen in die Regeln eingebaut und die Regeln durch weitere, mir wichtige Optionen, ergänzt. (Hier könnt ihr nochmal alles nachlesen)

Wie habe ich die #konsumauszeit erlebt?

Ich fand die #konsumauszeit wirklich spannend und sie hat mich einige Male zum Nachdenken angeregt. Direkt am ersten Tag ist mir bewusst geworden, wie sehr die schnelle Verfügbarkeit und Spontankäufe in meinem Leben verankert sind. Ich habe mein Konsumverhalten schon vor längerer Zeit auf nachhaltige Art und Weise verändert, und doch hat es mich direkt am ersten Tag erwischt. Ich weiß gar nicht mehr, worum es genau ging, doch mitten in einem Gespräch mit meinem Freund hörte ich mich sagen: „Dann lass uns nachher zu Ikea fahren, dann können wir auch direkt noch….und…holen“. Und mein nächster Satz war: „Ach nee, geht nicht, wir wollen ja diesen Monat nichts kaufen“.

Diese Situation ist nicht nur dieses eine Mal vorgekommen. Es gab mehrere Momente in den vergangen vier Wochen, in denen ich mich daran erinnern musste, was ich mir für diese Zeit vorgenommen hatte. Es ging zum Glück nie um ganz banale Sachen, deren Kauf ich später bereut hätte. Und trotzdem hat es sich vernünftig angefühlt, dem Drang zu widerstehen und den Kauf nochmal zu überdenken.

Ein bisschen vereinfacht wurde mir die Zeit wahrscheinlich dadurch, dass bei mir im November einige Pakete, unteranderem für die Adventsverlosungen, eingetrudelt sind. Ich habe also trotzdem hier und da Pakete auspacken und neue Dinge bestaunen können, obwohl ich selber nichts davon gekauft habe.

konsumauszeit-bewusster-konsum-zitatHabe ich während der #konsumauszeit wirklich nichts gekauft?

Ich habe es nicht geschafft, gar nichts in den letzten Wochen zu kaufen. Teilweise war es zwar auch so geplant, aber es gab auch 1-2 Spontankäufe.
Eingeplant hatte ich den Besuch der veganfach-Messe in Köln. Für diesen Tag habe ich mir im Vorfeld eine gewisse Summe zur Seite gelegt und an dem Tag mitgenommen. Ausgegeben habe ich tatsächlich nur einen Teil der Summe, also weniger als gedacht, und diesen auch nur für Lebensmittel. Auch mein Piercing, auf das ich monatelang gewartet habe, habe ich mir in diesem Monat gegönnt.

Und dann gab es die 2, mehr oder weniger, Spontankäufe. Der erste ereignete sich Mitte des Monats, als ich in Köln beim „How to Fair Fashion“-Workshop war. Bei den Fairfitters, der Location an diesem Tag, habe ich ein tolles paar Schuhe gefunden, das auch noch stark reduziert war. Ich habe mehrmals hin und her überlegt und habe es am Ende des Tages mit gutem Gewissen gekauft.

Bei meinem zweiten Spontankauf handelte es sich um ein paar gebrauchte Bücher, auf die ich schon länger ein Auge geworfen hatte. Vor einigen Tagen gab es das Angebot, diese versandkostenfrei zu bestellen, und da habe ich dann zugeschlagen.

Sicherlich war ich weder auf die Schuhe, noch auf die Bücher, angewiesen, und doch sehe ich die #konsumauszeit-Challenge wegen der Käufe nicht als gescheitert an. Da ich beide Käufe nicht wahllos, sondern ganz bedacht getätigt habe, passt es für mich sehr gut zum Umdenken meines Konsumverhaltens dazu.

Was nehme ich aus der Challenge mit?

Das erste, dass mir direkt zu Beginn der Challenge aufgefallen ist und sich zum Ende hin auch noch zugespitzt hat, ist die Verführung durch Werbung und Angebote. Ich habe in den letzten Wochen einige Newsletter abbestellt, aufgehört Werbung durchzublättern und war teilweise wirklich geschockt, wie so manch einer auf die Black Friday-Angebote abgegangen ist.

Ich finde Angebote völlig ok und nutze diese auch gerne, um mir einen Wunsch zu erfüllen. Was mich jedoch stört ist diese „da ist was im Angebot, also muss ich es kaufen“-Mentalität. Und während das Gekaufte zu Hause einstaubt, freut man sich darüber, was man doch für ein Schnäppchen gemacht hat.

Eine Sache, die ich schon früher genutzt habe, dann aber leider wieder ein wenig aus den Augen verloren habe, ist ein dauerhafter Wunschzettel. Diesen werde ich nun wieder ins Leben rufen. Wenn ich etwas kaufen möchte, dann werde ich es auf meinen Wunschzettel schreiben. Diesen Wunschzettel werde ich mir immer wieder anschauen und mir dabei die Frage stellen, ob ich die dort aufgeführten Sache wirklich brauche bzw. wirklich haben möchte, ob sie mir nützlich sein werden oder mein Leben bereichern werden. Falls ich diese Fragen bei einem Wunsch doch irgendwann mit Nein beantworten sollte, dann streiche ich diesen Wunsch. Wünsche, die noch nach einigen Wochen und nach mehrmaligem Überdenken auf dem Zettel stehen, werde ich mir, natürlich immer im Hinblick auf die finanzielle Lage, erfüllen oder, z.B. zu meinem Geburtstag, erfüllen lassen.

Zusätzlich nehme ich noch das Wissen mit, dass mir der Konsumverzicht eigentlich recht leicht gefallen ist. Und deswegen werde ich weitermachen – nicht in Form einer Challenge, sondern in Form einer, sich immer weiter entwickelnden, nachhaltigen Lebensweise .

konsumauszeit-bewusster-konsum-wunschzettel-1

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4 Comments

  • Reply 10 Tipps um bewusster einzukaufen - Modern slow 8. Dezember 2016 at 5:05

    […] Klingt übertrieben? Mir hilft es unheimlich – und ich bin nicht allein. Meine Freundin Ann-Kathrin hat ihrem Wunschzettel kürzlich auch neues Leben eingehaucht. Dinge niederzuschreiben hilft, den ersten Impuls etwas zu […]

  • Reply Sarah 9. Dezember 2016 at 8:22

    Hey Ann-Kathrin, ich habe deinen Blog gefunden und freue mich schon drauf, mich durch deine Beiträge zu lesen.
    Auch diesen hier finde ich großartig. Vor allem die Wunschliste finde ich eine gute Idee, da ich leider viel zu oft noch der impulsive Spontankäufer bin.
    Lieber Gruß,

    Sarah.
    P.s. Falls du eine Yoga-Leggings suchst, kann ich dir den greenyogashop.com empfehlen. Dort findest du nachhaltig produzierte Yogakleidung und Zubehör, etwa von Mandala. Ich finde deren Leggings ganz wunderbar. Leider haben sie keine in weiß, der einzig erlaubten Farbe bei meiner Yoga-Lehrerin. Aber dafür trage ich sie zu Hause weil sie bequem sind und wie ich finde toll aussehen.

  • Reply Sylvana Jung 20. Dezember 2016 at 15:45

    Liebe Ann-Kathrin,
    über die Suchwörter „bewusst konsumieren“ bin ich auf deinen Artikel zur Challenge gekommen. Wundervoll!
    Besonders zur Weihnachtszeit ist „Bewusst konsumieren“ ein wichtiges Thema. Was wir essen und konsumieren hat viel mit unserem Innenleben zu tun – damit, wie es uns geht und wie zufrieden wir sind. Sind wir unzufrieden, versuchen wir diese Unzufriedenheit mit Essen und materiellem Konsum zu kompensieren. Der innere „Unfrieden“ will gestillt werden und somit entsteht ein Verlangen nach übermäßigem Essen und Konsum.
    Das Wort „übermäßig“ trifft es in diesem Zusammenhang genau auf den Punkt: wir handeln „über dem Maß“. Wir überschreiten unsere Grenzen. Das macht uns langfristig wiederum unzufrieden und wir konsumieren erneut – ein ewiger Kreislauf.
    Das heißt nicht dass wir nicht essen oder konsumieren sollen. Natürlich sollen wir uns etwas gönnen – in unserem individuellen Maße, wie es uns gut tut. Nicht wie es Medien und Werbung uns vorgeben wollen. Dann genießen wir das Konsumierte in vollen Zügen.
    Und so soll es sein: intensiver, bewusster Genuß – nicht nur zur Weihnachtszeit.
    Gegen die innere Unzufriedenheit habe ich für mich ein großes Geschenk gefunden. Die SeelenParfüms von Laila Surya. Wie der Name schon sagt, tun diese Parfüms der Seele und unserem Innenleben gut. Ich sprühe mich regelmäßig damit ein. Sie lösen Blockaden und unterstützen mich ausgeglichener, klarer und zufriedener zu sein. Ich habe das Gefühl mehr bei mir zu sein. Dadurch höre ich mehr auf meine innere Stimme und weiß genau was ich (konsumieren) möchte und was nicht – was mir gut tut und was nicht.
    Auf meinem Wunschzettel steht übrigens auch eine Yoga-Leggings. Ich werde mal auf der von Sarah vorgeschlagenen Seite stöbern. :))
    Danke, bis bald UND ** Frohe Weihnachten **
    Sylvana

  • Reply Laura 26. April 2017 at 9:04

    Eine tolle Challenge, die sich jeder einmal stellen sollte,, um selbst herauszufinden, was die Konsumauszeit tatsächlich bei uns selbst bewirkt.

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