Ernährung Food Kooperation

Macadamia-Creme-Törtchen und Keimling Naturkost im Interview

13. Juli 2017

Kooperation

Heute habe ich neben einem richtig leckeren Rezept auch ein spannendes Interview für euch. Anlässlich des 33-jährigen Jubiläums von Keimling Naturkost hatte ich die Möglichkeit, dem Gründer des Unternehmens, Winfried Holler, ein paar Fragen zu stellen. Seine spannenden Antworten und das Rezept für roh-vegane, glutenfreie & zuckerfreie Macadamia-Erdbeer-Limetten-Törtchen möchte ich heute mit euch teilen.

Erstmal ganz herzliche Glückwünsche zum 33-jährigen Bestehen von Keimling Naturkost. Vielleicht werfen wir zuerst einen Blick in die Vergangenheit: Wie kam es zu der Gründung von Ihrem Unternehmen? Wie sind Sie zu einer rohköstlichen, veganen Ernährung gekommen?

Danke Frau Wedekind, dass Sie mich zu diesem Interview eingeladen haben. Die Gründung meiner Firma begann eigentlich schon in einem Alter, in dem andere sicher andere Interessen haben als sich für gesunde, natürliche Ernährung zu interessieren. Bereits im Alter von 15 Jahren fing ich für das Thema Feuer. Nach meiner Ausbildung zum Diplom-Kaufmann und ersten Erfahrungen im Wirtschaftsleben war ich dann soweit, meinem Wunsch zu folgen, meinen Lebensunterhalt mit der Verbreitung des Wissens über natürliche, ganzheitliche und rohköstliche Ernährung zu verdienen und dem damit verbundenen Wunsch, die Gesundheit der Menschen grundlegend zu verbessern. Dies geschah zunächst durch die Übernahme eines kleinen Bioladens in Buxtehude, der mit der Hilfe meiner Mitarbeiter immer weiter wuchs und sich dann zum größten Versandhaus für vegane und rohköstliche Ernährung entwickelte.

Gab es Hürden, die sie in den ersten Jahren überwinden mussten, oder gab es vielleicht sogar einen Punkt, an dem sie sich nicht sicher waren, ob Keimling Naturkost erfolgreich sein würde?

Ich denke diese Situationen hat jedes Unternehmen, und natürlich auch Keimling Naturkost. Der Umzug von einem kleinen zu einem größeren Ladenlokal 1987 war so eine Zeit. Denn der Mehrumsatz reichte nicht aus, um die gestiegenen Kosten zu decken. So testete ich mehrere zusätzliche Geschäftszweige aus, wie z.B. Marktstände in der Buxtehuder Altstadt und der rollende Naturkostladen, bis ich dann mit dem Versandhandel begann.

Ein veganer Lebensstil, glutenfreie Ernährung und auch die Rohkost-Ernährung sind seit einiger Zeit überall Gesprächsstoff. Manche würden sogar so weit gehen, es einen Trend zu nennen. Was hat sich ihrer Einschätzung nach in den letzten 33 Jahren im Bereich der gesunden Ernährung verändert?

Oh, das ist ein abendfüllendes Thema! Und die Veränderungen sind gewaltig. Denken wir nur daran, dass Bio heute überall verfügbar ist, auch bei Aldi.
In meinen Anfangsjahren als Naturkosthändler war bio ja ziemlich schmuddelig, wenig ästhetisch und sehr ideologiebeladen. Müsli- und Körnerfresser mit rauschenden Bärten, Birkenstock und Latzhose sowie dunkle kleine Läden bildeten das Image. Heute ist es schick und modern, sich vegan zu ernähren, und es geht einher mit Fitness und Sexyness. Der Genussfaktor und die Raffinesse der Zubereitung ist hinzugekommen und auch eine größere Flexibilität in der Umsetzung. Die Menschen akzeptieren individuelle Abweichungen von den Lehren.

In den letzten Jahren ist die Auswahl an Bio-Produkten stetig gewachsen. Selbst in jedem Discounter findet man vegane Bio-Lebensmittel. Hat diese Veränderung Einfluss auf Ihr Unternehmen?

Wir sind nicht mehr in einer geschützten Nische für wenige Verbraucher. Wir sind jetzt auf einem großen Wettbewerbsmarkt. Für uns bedeutet es, immer weiter voran zu gehen mit neuen Ideen, Rezepten und Konzepten, um die Menschen für eine vegane, aber vor allem auch eine natürliche Ernährung mit möglichst hohem Rohkostanteil zu begeistern.

Worauf achten Sie bei der Auswahl der Lebensmittel, ihrer Herkunft und dem Produktionsprozess? Welche Bedingungen sind für Sie besonders wichtig?

Für mich ist es besonders wichtig, dass das jeweilige Produkt, das ich anbiete, das bestmögliche auf dem Markt ist, dass es so natürlich wie möglich ist und so unbelastet wie möglich ist. Die vegane, möglichst rohköstliche Qualität und der biologische Anbau sind die wichtigsten Auswahlkriterien.

Dies stellen wir durch unser Qualitätsmanagement sicher, aber auch dadurch, dass wir unsere Lieferanten ungewöhnlich in die Pflicht nehmen. Sie haben es nicht leicht mit uns. Aber für mich ist wichtig, dass das Produkt, das ich anbiete, alles hält, was ich verspreche.


Was wünschen sie sich für die Zukunft von Keimling Naturkost? Gibt es Ideen, die sie unbedingt noch umsetzen möchten?

Ich wünsche mir, dass die vegane Ernährung sich weiter entwickelt und beständig wächst. Sie soll nicht nur modern und hipp sein, sondern fest in den Herzen und dem Verstand der Menschen verankert werden.

Welches Produkt aus Ihrem vielfältigen Sortiment, können Sie wirklich jedem ans Herz legen?

Ich liebe alle Produkte, schließlich habe ich sie ja ausgesucht. Aber eines meiner ganz großen Lieblinge ist das Frischleinöl. Etwas, das es woanders nicht gibt. Während Leinöl normalerweise wochen- oder gar monatelang nach der Produktion im Regal steht bis es beim Verbraucher ankommt, wird das Keimling Leinöl am Vorabend des Versands frisch gepresst. Und das schmecken Sie und der Körper bedankt sich mit einem spontanen Wohlgefühl.

Dazu noch ein Rezepttipp. In Anlehnung an die Quark-Leinöl Speise von Dr. Budwig empfehle ich die vegane Variante. Statt Quark verwenden wir ein rohköstliches Mandelpüree aus enthäuteten Mandeln und eben dem Frischleinöl. Ein Fest für unser Wohlbefinden.

Herr Holler, ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen für das interessante Interview und wünsche Ihnen für die kommenden 33 Jahre alles Gute.

 

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Macadamia-Erdbeer-Limetten-Törtchen

Roh-vegane, glutenfreie und zuckerfreie Törtchen mit Macadamianüssen, Erdbeeren und Limetten.

Autor Ann-Kathrin

Zutaten

Für den Boden

  • 70 g Macadamianüsse z.B. von Keimling
  • 70 g Mandeln z.B. von Keimling
  • 50 g Kokosraspel
  • 150 g Datteln (Deglet Nour, Sukkari oder Medjool) z.B. von Keimling

Für die Creme

  • 200 g Macadamianüsse z.B. von Keimling
  • 100 ml Limettensaft
  • 200 g Erdbeeren
  • 65 g Kokosöl
  • 1/2 TL Vanille
  • 1 Prise Salz

Anleitungen

  1. 200g Macadamianüsse am Vorabend in eine Schüssel mit Wasser geben und einweichen lassen.

  2. Die Zutaten für den Boden in den Mixer geben und zu einem Teig verarbeiten.

  3. Der Teig in kleine Tartelette Förmchen oder eine große Quiche-Form füllen und überall gut andrücken.
    Die Förmchen im Anschluss ins Gefrierfach stellen.

  4. Die eingeweichten Macadamianüsse mit den restlichen Zutaten für die Creme in den Mixer geben und alles zu einer cremigen Masse verarbeiten.
    Die Creme in die Förmchen füllen und erneut ins Gefrierfach stellen.

  5. Die Törtchen solltet ihr erst kurz vor dem Servieren aus dem Gefrierschrank nehmen, da sie nach längerer Zeit und bei warmen Temperaturen sehr weich werden.

  6. Nun könnt ihr die Törtchen noch mit ein paat Limettenscheiben, geriebener Limettenschale oder ein paar Blüten dekorieren.

 

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3 Comments

  • Reply Jenni 15. Juli 2017 at 11:50

    Liebe Ann-Kathrin,

    das ist ja eine tolle Idee, zum Geburtstag von Keimling ein Interview durchzuführen!
    Danke dir dafür – das hat noch einmal Einblicke in das Unternehmen gegeben, die man sonst vielleicht nicht bekommt – und ich muss sagen, ziemlich sympathische. 🙂

    Deine Törtchen schauen übrigens ganz wunderbar und genau nach meinem Geschmack aus – das wird sofort gepinnt!

    Liebe Grüße
    Jenni

  • Reply Lusia Master 21. Juli 2017 at 6:45

    Liebe Ann-Kathrin,
    ja wirklich, die Idee ist super. Erdbeere und Limetten – das ist sehr interessanter Geschmack! Ic h werde unbedinnt probieren! Danke!
    LG! Lusia

  • Reply Natalie Weigel 26. Juli 2017 at 20:09

    Liebe Ann-Kathrin,
    ich bin erst jetzt auf deinen Blog gestoßen und habe gleich ein tolles Rezept entdeckt, das ich „nachbacken“ möchte. Ich leben zwar nicht vegan, nicht einmal mehr rein vegetarisch, stelle jedoch meine Ernährung schrittweise zu einer veganeren Lebensweise um. Kann man das so sagen? Keine Ahnung. Jedenfalls ersetze ich viele herkömmliche und tierische Produkte mittlerweile durch vegane Alternativen. Da sehe ich keine Probleme in meinem Alltag. Bei Rohkost sieht das schon anders aus. Das stelle ich mir im Alltag sehr schwer vor.
    Genieße deinen Tag!
    Natalie Weigel

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