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No Poo – Alternative Methoden für die Haarwäsche

3. September 2017

No Poo, also No Shampoo, ist schon seit einiger Zeit in aller Munde – doch was für alternative Möglichkeiten zu herkömmlichen Shampoo gibt es denn eigentlich?
Ich habe in den letzten Monaten einige Methoden ausprobiert und möchte euch heute einen kleinen Überblick, über ein paar der verschiedenen Möglichkeiten, geben.

Meine erste Begegnung mit alternativen Produkten für die Haarwäsche, hatte ich vor ein paar Jahren. Damals habe ich eine Haarseife ausprobiert und fand sie so schrecklich, dass ich sie nach der ersten Benutzung irgendwo im Badezimmer-Schrank versteckt habe. Darauf folgten einige Jahre mit Naturkosmetik-Shampoos, von denen mir ein paar auch wirklich gut gefallen haben. Vor einigen Monaten beschloss ich dann jedoch, den Versuch nochmal zu wagen, meine Haare ohne Shampoo zu waschen. Grund dafür war vor allem der Wunsch, die Plastikverpackungen in unserem Badezimmer zu reduzieren. Und was soll ich sagen, Shampoo habe ich seitdem nur noch selten benutzt und greife stattdessen viel lieber zu den Alternativen.

Bevor ich euch gleich die Alternativen vorstelle, die ich in den letzten Monaten ausprobiert habe, möchte ich euch noch kurz darauf hinweisen, dass es leider nicht die eine perfekte Lösung für alle Haartypen gibt. Ich selber habe sehr dünne und extrem fettige naturblonde Haare. Schon in meiner Jugend musste ich jeden zweiten Tag meine Haare waschen, weil sie einfach so schnell nachfetteten. Seit meiner Schwangerschaft ist es sogar noch schlimmer geworden und oftmals könnte ich schon nach 12 Stunden erneut die Haare waschen. Das mache ich natürlich nicht, da die Fettproduktion dadurch nur noch mehr angeregt werden würde.
Da jeder Haartyp auf die unten aufgeführten alternativen Waschmethoden anders reagiert, müsst ihr euch am besten selber ein bisschen durchprobieren, um die richtige Methode für euch zu finden.

Diese Shampoo-Alternativen habe ich in den letzten Monaten ausprobiert:

Haarseife

Nach dem missglückten Versuch vor einigen Jahren, habe ich mich erneut an Haarseifen herangetastet. Da die Auswahl wirklich riesig ist, habe ich erstmal drei verschiedene, für fettige Haare geeignete Seifen von Savion getestet, die ich in einem Laden um die Ecke gefunden habe. Die drei Seifen (Citrus, Melisse & Lavaerde) sind vegan und habe eine Überfettung von 1,5 – 2%.
Die Anwendung ist absolut simpel: Die Seife auf die nassen Haare auftragen, aufschäumen und wieder ausspülen.
Vom Gefühl her kommen die Seifen sehr nah an Shampoo heran, was vor allem an der schäumenden Wirkung liegt. Meine Haare fühlen sich nach der Haarwäsche, im noch nassen Zustand, zwar immer ein bisschen trocken an, doch wenn sie dann getrocknet sind, sehen sie gepflegt aus und fühlen sich super an.

Lavaerde

Als nächstes habe ich zwei verschiedene Sorten Lavaerde ausprobiert: Ghassoul* und weiße Lavaerde* von Logona Naturkosmetik. Auch hier ist die Anwendung recht einfach, braucht aber ein bisschen mehr Vorbereitung. Das Pulver wird mit einer bestimmten Menge Wasser vermischt, bis eine homogene Masse entsteht. Diese wird dann auf die nassen Haare gegeben, einmassiert und nach einer kurzen Einwirkzeit wieder ausgespült. Das Ausspülen nimmt ein bisschen mehr Zeit in Anspruch, als man es von Shampoo gewöhnt ist, es bleiben aber keinerlei Rückstände in den Haaren.
Obwohl die weiße Lavaerde für feines Haar gedacht ist, hat mich die dunklere Variante mehr überzeugen können. Leider hatte ich nach der Haarwäsche oftmals fliegende Haare. Dies habe ich jedoch mit ein paar Tropfen Mandelöl, die ich mit in die Lavaerde-Wasser-Mischunge gegeben habe, sehr gut in den Griff bekommen. Meine Haare haben nach der Lavaerde-Wäsche etwas weniger Volumen, als ich es von Shampoo gewöhnt bin, sind erstaunlicherweise aber sehr sauber und leicht glänzend.
Sehr praktisch finde ich, dass man die Reste vom Shampoo, die gegebenenfalls übrig bleiben, ganz spontan auch für die Gesichts-Reinigung benutzen kann.

Roggenmehl

Eigentlich stand Roggenmehl aufgrund meiner Glutenunverträglichkeit gar nicht auf meiner Liste der Methoden, die ich ausprobieren wollte. Nachdem ich jedoch so viele positive Meinungen gehört habe und mich die Neugierde einfach gepackt hat, habe ich es dann doch getestet.
Die Anwendung von Roggenmehl gleicht der Verwendung von Lavaerde. Das Roggenmehl wird mit Wasser gemischt und kurz quellen gelassen. Dann wird die Mischung wie gewohnt in das nasse Haar gegeben, einmassiert und nach einer kurzen Weile ausgespült.
Bei mir hat das Ausspülen sehr viel Zeit in Anspruch genommen und ich habe noch am nächsten Tag Rückstände in den Haaren gefunden. Die Pflegewirkung gleicht dem Ergebnis mit der Lavaerde – die Haare fühlen sich sauber an und haben einen einen leichten Glanz.

Kastanien / Waschnüsse

Bei den Kastanien und Waschnüssen war ich wirklich am meisten gespannt. Beides habe ich bis dato nur verwendet, um unsere Wäsche zu waschen und wäre wohl nie auf die Idee gekommen, es auch für die Haarwäsche zu benutzen, wenn ich den Tipp nicht irgendwo gelesen hätte.
Die Vorbereitung für das Kastanien oder Waschnuss-Shampoo ist zwar recht einfach, man muss aber relativ viel Zeit einplanen bzw. rechtzeitig dran denken.
Für das Kastanien-Shampoo habe ich auf meine vorbereiteten Kastanien zurückgegriffen, die ich letzten Herbst zerkleinert und getrocknet habe. Die Waschnüsse habe ich hier gekauft. Für beide Varianten braucht man ein großes Glas oder eine Flasche mit Deckel, in dem die Kastanien bzw. Waschnüsse mehrere Stunden, z.B. über Nacht, in Wasser eingelegt werden. Die Waschnüsse können auch gut 1-2 Tage eingelegt werden, sollten dabei aber nicht in der Sonne stehen. Vor der Haarwäsche wird das Wasser durch ein Sieb gefiltert, damit keine Stückchen mehr darin sind, und dann kann es auch schon über die Haare gegossen werden.
Ich finde die Anwendung durch die komplett flüssige Konsistenz nicht ganz so einfach, aber nachhaltiger, als einfach Kastanien zu sammeln und diese als Shampoo zu benutzen, geht es wohl nicht.
Die Waschnüsse haben mich mit ihrer Wirkung tatsächlich sehr überraschen können. Meine Haare fühlen sich nach der Haarwäsche fantastisch an, haben einigermaßen Volumen und sind richtig schön gepflegt.

Seifenkraut

 Über das Seifenkraut bzw. die Wurzeln des Seifenkrautes (hier habe ich es gekauft) bin ich durch Zufall gestolpert. Ähnlich wie bei den Waschnüssen und Kastanien braucht man für die Shampoo-Herstellung ansich nur Wasser. Um jedoch eine festere Konsistenz zu erhalten, habe ich ein wenig Johannisbrotkernmehl hinzugefügt – damit hat es sich wirklich wie Shampoo angefühlt.
Für den Sud gibt man einfach eine Handvoll Seifenkraut mit ca. 500ml Wasser in einen Topf und kocht dieses für ein paar Minuten. Das Johannisbrotkernmehl kann bei Bedarf im Anschluss eingerührt werden.
Nach der Anwendung kann man die Reste des Shampoos verschlossen für ca. 2 Wochen im Kühlschrank aufbewahren.
Mich persönlich hat die reinigende Wirkung leider nicht überzeugen können. Meine Haare waren nach der Haarwäsche immer noch leicht fettig und haben sich auch nicht sauber oder gepflegt angefühlt.

Natron

Für die Haarwäsche mit Natron mischt man ca. 2 TL Natron mit 300ml Wasser. Die Natron-Wäsche eignet sich vor allem, wenn man gerade auf No-Poo umsteigt und die Haare einmal so richig säubern und von alten Shampoo-Resten befreien möchte. Da das Natron nicht nur eine sehr gute säubernde Eigenschaft hat, sondern die Haare und Kopfhaut auch austrocknen kann, sollte man sie eher selten anwenden. Zudem ist es notwendig im Anschluss die Haare mit einer sauren Rinse zu behandeln, um den PH-Wert wieder herzustellen.


Saure Rinse

Saure Rinsen sind sozusagen der abschließende Teil der Haarwäsche. Vor allem nach der Natron-Wäsche sind saure Rinsen ein Muss. Empfehlen kann ich saure Rinsen aber auch nach der Haarwäsche mit Haarseife und Lavaerde.
Für die Rinse mischt man  1 Liter Wasser mit 1-2 EL Apfelessig/Himbeeressig oder auch mit Zitronensaft. Achtung, Zitronensaft kann die Haare aufhellen!
Nach der Haarwäsche gießt man die Rinse über das noch nasse Haar. Wem der Geruch zu stark ist, der kann danach nochmal mit klarem Wasser nachspülen, man kann die Rinse aber auch einfach in den Haaren lassen.

Trockenshampoo

Wie anfangs schon erwähnt, habe ich sehr fettige Haare. Um nicht jeden Tag die Haare waschen zu müssen, benutze ich zwischendurch gerne Trockenshampoo. Bis vor kurzem habe ich ein Trockenshampoo in Pulver-Form von Alverde benutzt, welches jedoch aus dem Sortiment genommen wurde. Also musste ein DIY-Alternative her.
Für das Trockenshampoo braucht man lediglich 3 Zutaten: Maisstärke, Kakao und Pfefferminzöl (oder ein anderen ätherisches Öl – oder ganz drauf verzichten).
Mein Mischverhältnis sieht so aus: 3 gehäufte EL Maisstärke, 1-2 gehäufte TL Kakaopulver und 4 Tropfen Pfefferminzöl.
Bei Bedarf auf die Haaransätze streuen und leicht einmassieren, ein paar Minuten einwirken lassen und danach mit einem Handtuch die Reste abtragen bzw. mit einer Bürste ausbürsten.


Aloe Vera

Da meine Spitzen im Gegensatz zu den Haaransätzen manchmal ein wenig trocken sind, habe ich Aloe Vera als kleinen Feuchtigkeitsspender entdeckt.
Aloe Vera-Gel kann sowohl den vorgestellten Shampoos hinzugefügt werden oder aber auch als Leave-In-Spülung verwendet werden.
Für die Spülung füllt ihr das Aloe Vera-Gel, das flüssig und nicht gelartig ist, in eine kleine Sprühflasche. Wer Lust hat, kann zusätzlich ein paar Tropfen eines ätherischen Öles hinzufügen wie z.B. Pfefferminzöl oder Rosmarinöl.
Nach der Haarwäsche wird die Spülung in das noch nasse Haar gesprüht, welches im Anschluss ganz normal getrocknet und frisiert wird.


Fazit

Das wichtigste Fazit: Die Haarwäsche ohne Shampoo klappt hervorragend.
Man muss sich zwar ein bisschen durchprobieren und wird auch nicht unbedingt mit jeder alternativen Methode zufrieden sein, doch bei den vielen verschiedenen Möglichkeiten, wird sicherlich jeder eine passende No Poo-Variante finden.

Für mich persönlich gibt es 2 Methoden, die mir leider gar nicht zugesagt haben: Roggenmehl und Seifenkraut. Ich war mit dem Ergebnis nach der Haarwäsche nicht zufrieden, die Rückstände des Mehls waren wirklich noch lange zu sehen und die Reinigungskraft des Seifenkrautes hat bei mir einfach nicht ausgereicht.

Lavaerde und Kastanien haben mir von der Wirkung und Anwendung her gut gefallen. Bei der Lavaerde bevorzuge ich auf jeden Fall die dunklere Variante und ich brauche zusätzlich ein bisschen Öl, damit meine Haare nicht fliegen.

Wirklich angetan bin ich von den Waschnüssen und den Haarseifen. Hier überzeugt mich die Wirkung am meisten und auch die Anwendung ist denkbar einfach. Wichtig ist für mich auch, dass beide Methoden super unterwegs, z.B. im Urlaub, funktionieren und man beides, je nachdem wo man es kauft, auch unverpackt bzw. plastikfrei bekommt.

Ist „No Poo“ für euch Neuland oder habt ihr euch schon durchgetestet?
Welche Methode funktioniert bei euch am besten?

 *Die Lavaerde wurde mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung jedoch in keiner Weise beeinflusst.

 

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2 Comments

  • Reply strawberrymouse 4. September 2017 at 23:18

    Ich denke immer wieder drüber nach, aber irgendwie setze ich es nie um. Für meine empfindliche Kopfhaut wäre es sicher ein Traum, meine Naturlocken sind allerdings ein echter Gegner. Um meine Haare kämmen zu können, brauche ich einen Conditioner und da werde ich schon kaum fündig im NK-Bereich. Vor 3 Monaten habe ich eine Ceratin-Glättung machen lassen; dadurch sind meine Haare deutlich kämmbarer geworden, die neue Glätte bedingt allerdings auch, dass ich sie öfter waschen muss. Hab‘ ich mit meinem Waschrhythmus von 4-5 Tagen vorher nie verstanden^^. Da ich jetzt allerdings 3x Woche laufe, muss ich ohnehin öfter waschen. Die empfinde Kopfhaut hält mich allerdings auch von Seife ab, weil es sie nur unnötig austrocknen würde. Nach meinem ersten Roggenbrot-Backversuch war für mich klar; zum Haare waschen wäre das klebrige Zeug nichts für mich. Aber Lava Erde habe ich hier…ich sollte es einfach mal wagen.

    • Reply lica 1. Oktober 2017 at 1:35

      Bei empfindlicher Kopfhaut und trockenem Haar empfehle dir die Schafsmilchhaarseife, die es bei Alnatura zu kaufen gibt. Hat meine Kopfhaut super beruhigt. Allerdings hat sich mit der Zeit um die Borsten meiner Bürste so eine klebrige Schicht angesammelt. Muss man halt ab und an suber machen, z.B. mit Essig oder Putzmittel. Auch hab ich 2 Haarwäschen hintereinander mit dieser Haarseife gebraucht, sicherlich vom Haartyp abhängig.
      Nicht ganz so reichhaltig, aber mein aktueller Favorit ist die Haarseife mit Thermalwasser von Savion.
      Generell kann ich empfehlen, vor dem Duschen schön mit einer Wildschweinborstenbürste das Fett im Haar zu verteilen. So sind meine Haare nach dem Waschen weniger trocken.

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